Keine Azubis finden? Ursachen und Lösungen
Hilfsjobs, die sofort mehr zahlen, unbekannte Berufe, abgelegene Standorte: warum Stellen leer bleiben – und was Betriebe konkret dagegen tun können.
Praxisleitfaden
Wer in einem Industriebetrieb Ausbildungsplätze besetzen muss, hört den Vorschlag inzwischen öfter: „Versucht es doch mal mit Auszubildenden aus Indonesien.“ Klingt nach einem weiten Weg – und nach vielen offenen Fragen. Reicht das Deutsch für die Berufsschule? Wie lange dauert das Visum? Was kostet es, und bleiben die jungen Leute nach der Ausbildung überhaupt? Dieser Leitfaden beantwortet diese Fragen so konkret wie möglich.
Das Wichtigste in Kürze
Die kurze Antwort: Weil dort sehr viele junge Menschen genau das suchen, was in Deutschland gerade niemand mehr haben will – einen gewerblich-technischen Ausbildungsplatz mit Zukunft.
Indonesien ist mit rund 280 Millionen Menschen das viertbevölkerungsreichste Land der Welt. Das Durchschnittsalter liegt bei etwa 31 Jahren, in Deutschland bei rund 45. Jedes Jahr verlassen Millionen junger Menschen die Schule, viele davon mit einem Abschluss einer berufsbildenden Oberschule (SMK). Gute Stellen mit fairer Bezahlung und Aufstiegsmöglichkeiten sind vor Ort aber knapp. Wer ehrgeizig ist, schaut deshalb über die Grenze.
In Deutschland ist es genau umgekehrt. Die geburtenstarken Jahrgänge gehen in Rente, und die Zahl der Schulabgänger reicht nicht aus, um die frei werdenden Stellen nachzubesetzen. Besonders betroffen sind Berufe, die kaum jemand kennt: Milchtechnologe, Industrieisolierer, Papiertechnologe. Hier bleiben Ausbildungsplätze teilweise über Jahre leer.
Hinzu kommt ein Punkt, den Zahlen nicht abbilden: die Haltung. Wer aus Indonesien eine Ausbildung in Deutschland beginnt, hat in der Regel mehr als ein Jahr in Sprachkurse und Prüfungen investiert, bevor er überhaupt einen Vertrag in der Hand hält. Diese Vorleistung sortiert vor. Ausbilder beschreiben ihre indonesischen Auszubildenden immer wieder als lernhungrig, höflich und zuverlässig. Natürlich sagt die Herkunft nichts über den einzelnen Menschen aus – aber die Motivation, mit der jemand diesen Weg geht, ist fast immer außergewöhnlich hoch.
Auch politisch hat das Thema Rückenwind. Im Juni 2025 haben das Goethe-Institut und die GIZ im Auftrag der Bundesregierung drei Zentren für faire Arbeits- und Ausbildungsmigration in Indonesien eröffnet. Und als der indonesische Generalkonsul 2025 Ehingen besuchte, ging es genau um diese Frage: wie mehr junge Indonesier ihren Weg in die deutsche Industrie finden.
Grundsätzlich für jeden anerkannten Ausbildungsberuf. In der öffentlichen Diskussion geht es oft um Pflege, Gastronomie und Hotellerie. Mindestens genauso gut funktioniert der Weg aber in der Industrie – und dort ist der Nutzen für beide Seiten oft größer.
Der Grund: Gewerblich-technische Berufe bieten nach der Ausbildung ein gutes Gehaltsniveau, stabile Arbeitsplätze und echte Aufstiegschancen, etwa zum Meister oder Techniker. Das macht sie für Kandidaten attraktiv, die langfristig in Deutschland bleiben möchten. Und für Betriebe sind es genau die Stellen, die sich über klassische Wege kaum noch besetzen lassen.
Bewährt haben sich unter anderem:
Wichtig ist weniger der Beruf selbst als die Frage, ob die Kandidaten wissen, worauf sie sich einlassen. Schichtarbeit, körperliche Arbeit, wechselnde Einsatzorte oder ein Standort auf dem Land sind kein Ausschlusskriterium – sie müssen nur vor der Unterschrift offen besprochen werden. Einen Überblick über typische Einsatzbereiche finden Sie auf unserer Seite zu den Branchen.
Indonesien gehört nicht zur EU. Auszubildende brauchen deshalb vor der Einreise ein nationales Visum, das in Deutschland in eine Aufenthaltserlaubnis zur Berufsausbildung nach § 16a Aufenthaltsgesetz umgewandelt wird. Die wichtigsten Voraussetzungen im Überblick:
Das Gesetz spricht von „ausreichenden“ Deutschkenntnissen. In der Praxis verlangt die Deutsche Botschaft in Jakarta für eine betriebliche Ausbildung ein anerkanntes Zertifikat auf Niveau B1 – bestanden in allen vier Prüfungsteilen: Lesen, Hören, Schreiben und Sprechen. Gängige Prüfungsanbieter sind das Goethe-Institut, telc und ÖSD. Achten Sie darauf, dass das Zertifikat bei der Visumbeantragung noch aktuell genug ist. Die Botschaft akzeptiert nur Nachweise, die nicht älter als zwölf Monate sind.
Eine ehrliche Einordnung: B1 ist die Untergrenze, nicht das Ziel. Es reicht, um im Betrieb zu kommunizieren und dem Berufsschulunterricht zu folgen. Fachsprache und Dialekt kommen erst im Alltag – und das dauert einige Monate. Planen Sie in dieser Zeit etwas mehr Erklärung ein als bei einem deutschen Auszubildenden.
Die Kandidaten sollten eine zwölfjährige Schulbildung abgeschlossen haben, in Indonesien also die SMA (allgemeinbildende Oberschule) oder SMK (berufsbildende Oberschule). Für eine duale Ausbildung in Deutschland ist das eine solide Grundlage.
Vor dem Visumantrag muss ein unterschriebener Ausbildungsvertrag vorliegen, idealerweise bereits bei der zuständigen Kammer eingetragen. Die Bundesagentur für Arbeit muss der Beschäftigung zustimmen. Seit März 2024 prüft sie dabei nicht mehr, ob deutsche oder europäische Bewerber verfügbar wären – die sogenannte Vorrangprüfung entfällt für Ausbildungen. Geprüft wird aber weiterhin, ob die Bedingungen denen deutscher Auszubildender entsprechen.
Auszubildende aus Indonesien erhalten dieselbe Vergütung wie alle anderen Auszubildenden in Ihrem Betrieb, ohne Abschlag. Zusätzlich prüft die Botschaft, ob der Lebensunterhalt gesichert ist. Der Mindestbetrag orientiert sich am BAföG-Bedarf und wird regelmäßig angepasst. In Industrieberufen reicht die Ausbildungsvergütung dafür meist aus. Liegt sie darunter, lässt sich die Lücke zum Beispiel über eine vom Betrieb gestellte Unterkunft, ein Sperrkonto oder eine Verpflichtungserklärung schließen.
Die meisten Ausbildungen beginnen im August oder September. Rechnen Sie von dort aus rückwärts. Die folgende Übersicht zeigt einen typischen Ablauf, wenn die Kandidaten ihren Sprachkurs bereits weitgehend abgeschlossen haben:
| Phase | Was passiert | Typische Dauer |
|---|---|---|
| 1. Bedarf klären | Berufe, Standorte, Anzahl der Plätze und gewünschter Ausbildungsbeginn werden festgelegt. | 1–4 Wochen |
| 2. Auswahl | Sie sichten vorausgewählte Profile und führen Video-Interviews. Die Entscheidung treffen Sie. | 2–6 Wochen |
| 3. Vertrag und Vorabzustimmung | Ausbildungsvertrag unterschreiben, bei der Kammer eintragen, Vorabzustimmung beantragen. | wenige Wochen |
| 4. Visum | Termin und Bearbeitung bei der Deutschen Botschaft in Jakarta. | ca. 6 Wochen bis 3 Monate |
| 5. Einreise und Start | Flug, Wohnung, Anmeldung, Bankkonto, Krankenversicherung, erster Arbeitstag. | 1–2 Wochen vor Ausbildungsbeginn |
Von der Auswahl bis zum ersten Arbeitstag vergehen damit in der Regel drei bis sechs Monate. Der eigentliche Vorlauf liegt aber davor: Der Weg zum B1-Zertifikat dauert für die Kandidaten meist zwölf Monate oder länger. Wer als Unternehmen erst im Frühjahr beginnt, kann deshalb nur auf Kandidaten zugreifen, die ihre Sprachausbildung bereits abgeschlossen haben. Je früher Sie planen, desto größer ist die Auswahl.
Die Wartezeiten bei der Botschaft schwanken. Die Deutsche Botschaft Jakarta empfiehlt, Termine früh zu buchen und nur mit vollständigen Unterlagen zu erscheinen – unvollständige Anträge sind der häufigste Grund für Verzögerungen.
Eine pauschale Zahl wäre unseriös, weil die Kosten stark davon abhängen, wie viel Sie selbst übernehmen und welche Leistungen ein Vermittler erbringt. Sinnvoller ist ein Blick auf die einzelnen Kostenbausteine:
| Kostenbaustein | Wer trägt ihn üblicherweise? | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|
| Vermittlung und Betreuung | Unternehmen | Leistungsumfang vergleichen: Endet die Leistung mit dem Visum oder geht sie bis zum Ausbildungsabschluss? |
| Ausbildungsvergütung | Unternehmen | Identisch mit deutschen Auszubildenden, tariflich oder betrieblich geregelt. |
| Anreise | Häufig das Unternehmen | Kein Muss, aber ein starkes Signal der Wertschätzung zum Start. |
| Wohnung | Miete zahlen die Auszubildenden, Unterstützung bei Suche und Kaution oft der Betrieb | Gerade in ländlichen Regionen der größte Engpass – früh klären. |
| Sprachförderung in Deutschland | Oft kostenfrei über Berufssprachkurse des BAMF | Auszubildende für die Kurse freistellen. |
| Interner Aufwand | Unternehmen | Ausbilder, Mentor im Team, Zeit für die ersten Wochen einplanen. |
Die entscheidende Vergleichsgröße ist nicht der Preis der Vermittlung, sondern das, was eine dauerhaft unbesetzte Stelle kostet: Überstunden, Leiharbeit, abgelehnte Aufträge, Maschinen, die nicht voll laufen – und in drei Jahren eine Fachkraft, die fehlt.
Eine Frage sollten Sie jedem Vermittler stellen: Zahlen die Kandidaten selbst Gebühren? Es gibt Modelle, bei denen junge Menschen sich für ihre Vermittlung hoch verschulden. Das ist nicht nur ethisch problematisch, sondern auch ein Risiko für Sie. Wer mit Schulden startet, steht unter Druck – und wechselt eher, sobald irgendwo mehr Geld lockt. Wie wir das handhaben, beschreiben wir auf der Seite Verantwortung.
Je nach Bundesland und Branche gibt es außerdem Förderprogramme für Ausbildung und Integration. Fragen Sie bei Ihrer Kammer oder der örtlichen Agentur für Arbeit nach, was für Ihren Standort infrage kommt. Eine ausführliche Kostenübersicht mit Richtwerten finden Sie im Artikel Was kosten Azubis aus dem Ausland?
Der Papierkram ist irgendwann erledigt. Ob aus einem Auszubildenden eine Fachkraft wird, die bleibt, entscheidet sich danach – in den ersten Monaten im Betrieb und im Leben neben der Arbeit.
Benennen Sie vor der Ankunft einen Mentor, idealerweise einen Kollegen, der gerne erklärt. Er ist die erste Anlaufstelle für alles, was im Arbeitsalltag unklar ist. Ein Hinweis aus der Erfahrung: Viele indonesische Auszubildende sind höflich und zurückhaltend und fragen im Zweifel lieber nicht nach, um niemanden zu stören. Laden Sie aktiv zu Rückfragen ein, statt auf sie zu warten.
Die Mehrheit der Indonesier ist muslimisch, es gibt aber auch christliche, hinduistische und buddhistische Gemeinschaften. Im Betriebsalltag geht es um wenige, gut planbare Punkte: Essen in der Kantine ohne Schweinefleisch, eventuell eine ruhige Ecke für das Gebet und Urlaubswünsche rund um das Ende des Fastenmonats Ramadan. Wer das vorab anspricht, vermeidet Missverständnisse. In Schichtbetrieben hat sich bewährt, den Ramadan kurz im Team zu thematisieren – die Auszubildenden kennen es, ihre Arbeit trotzdem zuverlässig zu erledigen.
Gerade in ländlichen Regionen ist die Wohnungssuche oft die größte Hürde. Ein Tipp des Betriebs zu einer freien Wohnung im Ort ist mehr wert als jedes Inserat. Mindestens genauso wichtig: soziale Kontakte. Wer nach Feierabend allein in einer Wohnung sitzt, bekommt Heimweh. Ein Grillabend mit dem Team, der Fußballverein oder die Einladung zum Stadtfest wirken oft mehr als jede Schulung.
Der vielleicht wirksamste Hebel überhaupt: Stellen Sie im ersten Jahrgang mindestens zwei Auszubildende ein. Wer gemeinsam ankommt, stützt sich gegenseitig – sprachlich, organisatorisch und emotional. Das Risiko eines Abbruchs sinkt deutlich, der Betreuungsaufwand steigt kaum.
Auszubildende aus Indonesien sind kein Selbstläufer. Diese Punkte sollten Sie kennen, bevor Sie sich entscheiden:
Eine Pflicht sollten Sie außerdem kennen: Endet die Ausbildung vorzeitig, müssen Sie das der zuständigen Ausländerbehörde innerhalb von vier Wochen melden.
Theoretisch können Sie Auszubildende aus Indonesien auch selbst finden, etwa über Sprachschulen vor Ort. Größere Unternehmen mit eigener Niederlassung in Südostasien tun das zum Teil. Einige Industrie- und Handelskammern haben regionale Projekte aufgebaut, und die neuen Zentren von GIZ und Goethe-Institut informieren Interessierte. Warum wir selbst uns ausschließlich auf Indonesien konzentrieren, erklärt die Seite Warum Indonesien. Für die meisten mittelständischen Betriebe ist die Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Partner aber der realistischere Weg – weil Auswahl, Sprachprüfung, Visum und Behördengänge ohne Erfahrung sehr viel Zeit binden.
Die Anbieter unterscheiden sich allerdings stark. Für die Pflege gibt es mit dem Gütezeichen „Faire Anwerbung Pflege Deutschland“ ein staatlich initiiertes Qualitätssiegel, für gewerbliche Ausbildungsberufe fehlt etwas Vergleichbares. Umso wichtiger sind die richtigen Fragen:
Wie diese Punkte bei uns konkret aussehen, zeigt die Seite Unser System. Einen allgemeinen Leitfaden für alle Herkunftsländer finden Sie im Artikel Auszubildende aus dem Ausland einstellen.
Die entscheidende Frage für jeden Betrieb lautet am Ende: Funktioniert das wirklich? Nach mehreren Jahren und vielen Jahrgängen können wir sie klar beantworten. Acaluna hat bislang über 320 Ausbildungen von jungen Menschen aus Indonesien in Deutschland auf den Weg gebracht, bei 52 Industrieunternehmen im ganzen Bundesgebiet. 98 Prozent der Absolventen wurden nach der Ausbildung von ihrem Betrieb übernommen.
Der Industriedienstleister KAEFER Deutschland Pro Services stand vor einem typischen Problem: Industrieisolierer ist ein Beruf, den kaum ein Schulabgänger kennt, und die körperlichen Anforderungen schrecken zusätzlich ab. Über drei Ausbildungsjahrgänge sind inzwischen 30 Auszubildende aus Indonesien an fünf Standorten gestartet – alle mit dem Wissen, worauf sie sich einlassen.
„Unsere Ausbilder sind begeistert.“
Unsere indonesischen Auszubildenden sind hochmotiviert, zuverlässig und haben sich hervorragend in die Teams integriert. Dass sogar unsere erfahrenen Ausbilder begeistert sind, spricht für die Qualität der Kandidaten.
Auch bei Arla Foods Deutschland, einem der größten Molkereiunternehmen Europas, blieben technische Ausbildungsplätze wie der Milchtechnologe trotz etablierter Nachwuchsarbeit offen. Heute lernen 13 Auszubildende aus Indonesien an drei Standorten. Die Zusammenarbeit läuft im dritten Jahr, mehrere Auszubildende fallen durch überdurchschnittliche Leistungen in der Berufsschule auf.
„Der Wissensdurst ist kaum zu bremsen.“
Es ist beeindruckend zu sehen, dass es noch junge Menschen gibt, die wirklich alles bis ins kleinste Detail lernen möchten. Wer noch zögert, dem kann ich nur raten: Gehen Sie es an. Das sind die Fachkräfte, die wir morgen brauchen.
Bei einem Molkereibetrieb in Sachsen haben die ersten indonesischen Auszubildenden ihre Ausbildung sogar verkürzt abgeschlossen. Möglich ist das, wenn Leistungen in Betrieb und Berufsschule überzeugen – und wer so viel investiert hat, um hier zu sein, nutzt diese Chance.
Weitere Beispiele und Stimmen aus den Betrieben finden Sie in unseren Erfolgsgeschichten.
Für das Visum ist in der Praxis ein anerkanntes Zertifikat auf Niveau B1 nötig, bestanden in allen vier Prüfungsteilen. Damit können die Auszubildenden sich im Betrieb verständigen und dem Berufsschulunterricht folgen. Fachsprache entwickelt sich in den ersten Monaten im Arbeitsalltag.
Haben die Kandidaten ihr B1-Zertifikat bereits, vergehen von der Auswahl bis zum ersten Arbeitstag in der Regel drei bis sechs Monate. Allein das Visumverfahren bei der Deutschen Botschaft in Jakarta dauert etwa sechs Wochen bis drei Monate. Für einen Ausbildungsbeginn im August oder September sollten Sie spätestens im Frühjahr starten, besser im Herbst des Vorjahres.
Ja. Die Vergütung muss der deutscher Auszubildender im selben Beruf entsprechen, tariflich oder betrieblich geregelt. Die Bundesagentur für Arbeit prüft das im Rahmen ihrer Zustimmung.
Ja. Nach erfolgreichem Abschluss kann die Aufenthaltserlaubnis in einen Aufenthaltstitel als Fachkraft umgewandelt werden, wenn eine passende Beschäftigung vorliegt. Die meisten Absolventen bleiben direkt in ihrem Ausbildungsbetrieb. Das ist in der Regel auch ihr erklärtes Ziel.
Die Aufenthaltserlaubnis zur Berufsausbildung erlaubt eine davon unabhängige Nebenbeschäftigung von bis zu 20 Stunden pro Woche. In der Praxis ist das neben Betrieb und Berufsschule selten sinnvoll.
Wenn möglich mindestens zwei. Auszubildende, die gemeinsam ankommen, stützen sich gegenseitig. Das senkt das Abbruchrisiko deutlich, während der Betreuungsaufwand kaum steigt.
Sie müssen die vorzeitige Beendigung innerhalb von vier Wochen der Ausländerbehörde melden. Arbeiten Sie mit einem Vermittler zusammen, sollte vorab vertraglich geregelt sein, ob und in welchem Rahmen ein Ersatz gestellt wird.
Nach unserer Erfahrung nicht. Die Auszubildenden kennen es, im Fastenmonat zu arbeiten. Hilfreich ist, das Thema vorab im Team anzusprechen und Urlaubswünsche rund um das Fest zum Ende des Ramadan frühzeitig einzuplanen.
Auszubildende aus Indonesien sind keine Notlösung, sondern für viele Industriebetriebe die beste verfügbare Antwort auf leere Ausbildungsplätze. Die rechtlichen Hürden sind seit 2024 niedriger geworden, der Ablauf ist planbar, und die Motivation der Kandidaten ist außergewöhnlich hoch.
Erfolgreich wird es aber nur mit Vorlauf und Sorgfalt: ehrliche Gespräche vor der Unterschrift, ein fester Ansprechpartner im Betrieb und echte Unterstützung in den ersten Monaten. Wer das beherzigt, gewinnt nicht nur Auszubildende, sondern Fachkräfte, die bleiben. Die Betriebe, die diesen Weg vor drei Jahren begonnen haben, stellen heute ihren dritten Jahrgang ein – und die ersten Absolventen arbeiten bereits als Fachkräfte in ihren Teams.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Gesetzliche Regelungen und die Praxis der Behörden ändern sich. Maßgeblich sind die zum Zeitpunkt der Antragstellung geltenden Vorschriften und die Entscheidungen der zuständigen Stellen. Stand: September 2026.
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